Moin Martin,
vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich selber habe zwar keine Erfahrung zu dem Thema, habe aber einmal eine mir sehr gut bekannte Ärztin aus dem UKSH Kiel befragt, hier die Antwort:
"aufgrund der APC-Resistenz, die das Risiko für Thrombosen und Embolien erhöht, würde man bei diesem Patienten eher auf Tamoxifen verzichten, da dies ebenfalls das Thromboembolie-Risiko erhöht. Stattdessen kann man einen Aromatasehemmer (Z.n. Letrozol) mit einem GnRH-Analogon einsetzen (Z.n. Zoladex). Wie diese Medikamente von Patienten vertragen werden, ist sehr unterschiedlich. Im besten Falle treten fast gar keine Nebenwirkungen auf.
Wichtig zu wissen ist, dass die antihormonelle Therapie in erster Linie nicht darauf abzielt, das Rezidivrisiko in derselben Brust zu reduzieren (deswegen wird sie grundsätzlich immer eingesetzt auch wenn keine Lymphknoten befallen waren und die Schnittränder tumorfrei sind), sondern "schlummernde" Zellen im Rest des Körpers zu unterdrücken, sodass auch im langfristigen Verlauf keine Zweitkarzinome der anderen Brust entstehen und keine Metastasen in anderen Organen. Das Gefährliche an Brustkrebs ist ja nicht die Erkrankung in der Brust an sich (die Brust ist kein lebenswichtiges Organ) sondern Metastasen in lebenswichtigen Organen wie Lunge und Leber, die auch nach operativ behobener Erkrankung der Brust auftreten können.
Grundsätzlich und laienverständlichen informieren über die antihormonelle Therapie kann man z.B. hier:
https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Brustkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf
Zu alternativen Therapiemethoden kann ich nichts sagen, da diese nicht evidenzbasiert (wissenschaftlich belegt) sind und daher in der Schulmedizin nicht angewandt werden. Aufgrund dessen, dass es keine wissenschaftlichen Belege zur Wirksamkeit gibt, sollte man von alternativen Therapiemethoden Abstand nehmen. Bezüglich einer komplementären (also ergänzenden Therapiemaßnahmen zur Schulmedizin) empfehle ich immer das Kapitel der AGO Mamma:
https://www.ago-online.de/fileadmin/ago-online/downloads/_leitlinien/kommission_mamma/2025/D_PDF/AGO_2025D_23_Komplementaermedizin.pdf
Hier ist insbesondere nachgewiesen, dass sich Sport positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt!
Wenn man sein individuelles Rückfallrisiko berechnen will, kann man das Tool Predict Breast Cancer (https://breast.predict.cam/) verwenden, dies aber am besten nur im Austausch mit medizinischem Personal, um die Ergebnisse richtig interpretieren zu können. Hier kann man auch eingeben, welchen Zusatznutzen z.B. eine Chemotherapie oder Antihormonelle Therapie hat. Grundsätzlich ist hormonrezeptor-positiver Brustkrebs mit einer sehr guten Prognose verbunden, was erst mal gut ist!
Vielleicht hilft das ein bisschen?
Darüber hinaus sollte an die Vorstellung in einem Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs zur Beratung und Testung gedacht werden." Zitat Ende!
Grundsätzlich ist es immer richtig eine zweite Meinung einzuholen, wenn einem nicht wohl mit der Empfehlung der behandelnden Ärzte ist.
Alle Gute weiterhin und berichte gerne über den weiteren Weg!
Viele Grüße aus dem Norden in den Süden P.-K.