Beiträge von peter69

    Hallo Manfred,

    dein Problem hatten wir hier im Forum bereits 2 Mal behandelt:

    Behandlung von Männern mit Brustkrebs und
    Gynäkologen finden

    Es ist in Deutschland tatsächlich so, dass die Kostenerstattung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen regional unterschiedlich geregelt ist. Aber selbst wenn Behandlungen und Kostenübernahme ohne Probleme möglich sind, wissen das viele niedergelassene Gynäkologen nicht, fürchten Abrechnungsprobleme und weisen männliche Patienten einfach ab.
    Sieh bitte mal nach unter welche KV du fällst dann helfen dir vielleicht die Informationen hier weiter.

    Auch ein Termin bei einem Onkologen ist oft einfacher zu bekommen.

    Dass dein Hausarzt eine Diagnose stellt, ohne dich mal abzutasten ist natürlich nicht zufriedenstellend.

    Eine Gynäkomastie oder Mastopathie kommt bei Männern durchaus oft vor und ist meist hormonell bedingt - zumal wenn das wie bei dir schon seit der Jugend besteht. Wenn natürlich andere Tastbefunde hinzukommen, wie ein harter Knoten, so sollte man dies natürlich abklären lassen. Das sollte man nicht auf die lange Bank schieben, ist aber auch kein Notfall der unbedingt innerhalb weniger Tage behandelt werden muss.

    Ich hoffe, du findest noch einen Arzt, der dir entweder "Entwarnung" geben kann, oder dich an ein Brustzentrum überweist, das eine eindeutige Abklärung vornimmt.

    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Rudi,

    wie Du bestimmt auf unserer Homepage gelesen hast, findet das Patiententreffen am 19./20. Oktober in Kassel statt. Da es keine öffentliche Veranstaltung ist sondern ein Erfahrungsaustausch unter Patienten, ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich. Ich kann Dir die weiteren Informationen als PM schicken - dann musst Du hier nach dem Einloggen oben rechts auf die Sprechblasen klicken. Oder Du schreibst mir eine kurze Mail auf die ich Dir dann antworte. p.jurmeister@brustkrebs-beim-mann.de

    Wir freuen uns auf Neulinge!

    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Metternich,

    das sind ja gute Nachrichten und ich wünsche Dir, dass es auf Dauer so bleibt.

    Viele Brustkrebspatienten die bei der Diagnose noch keine Metastasen hatten, haben das Glück, dass nach den Behandlungen die Erkrankung nicht mehr zurück kommt. Ich denke, das haben wir doch der Schulmedizin zu verdanken.

    Sicher versucht jeder Patient auch noch mehr oder weniger selbst etwas für seine Gesundung beizutragen. Es ist bestimmt gut, wenn man das Gefühl hat auch selbst noch was tun zu können, auch wenn es nach den Regeln der Schulmedizin nicht immer Beweise für eine Wirksamkeit solcher komplementären Methoden gibt.

    Daher muss jeder Patient das individuell für sich selbst entscheiden, ob er darauf vertraut, dass z.B. eine Zucker reduzierte Ernährung oder Vitamine bei Krebs helfen.

    Aber Krebspatienten die komplementäre Behandlungen anwenden und auf die konventionellen Behandlungen verzichten haben auch nach einer neuen (Okt. 2018) Studie ein erhöhtes Sterberisiko!

    Übrigens: Auch ich glaube daran, dass eine Zucker- reduzierte Ernährung bei Krebs hilft, Rückfälle zu verhindern - ebenso wie Gewichtskontrolle, moderater Sport, kein Alkohol, soziale Kontakte etc. etc. - aber bei Kuchen und Kekse werde ich jeden Tag schwach.

    Weiterhin alles Gute für Dich

    Peter

    P.S.

    Vielleicht hilft auch manchmal der Glaube an die Wirksamkeit von Vitaminen und Co. weiter. Hierzu ein Video zur „Wirksamkeit“ von Placebos bei Nebenwirkungen von Krebserkrankungen mit Prof Micke auf den Du dich bzgl. deiner Vitamineinnahme beziehst.

    Hallo Mike,
    durch die Operation und ggf. auch durch Bestrahlung der Lymphabflusswege kann der Lymphabfluss in dem betroffenen Arm gestört sein. Dann kann sich ein Lymphödem entwickeln mit Schwellungen, Schmerzen und ggf. dauerhaften Gewebeverhärtungen.

    Näheres kannst du hier beim Krebsinformationsdienst nachlesen. Da gibt es auch einen Absatz speziell über Blutentnahme und Blutdruckmessen (scheint wohl unter Fachleuten umstritten zu sein).

    Früher war das Lymphödem eine häufige und gefürchtete Nachwirkung der Behandlungen. Die Patienten wurden aufgefordert, den betroffenen Arm zu schonen und insbesondere - auch kleine - Verletzungen zu vermeiden um Infektionen und das Risiko für das Auftreten eines Ödems zu vermeiden.

    Die Methoden sind aber immer schonender geworden. So werden heutzutage erst 1 bis 3 sog. Wächterlymphknoten entnommen (Sentinel-Lymphknotenbiopsie) und wenn die nicht befallen sind, kann man auf weitere Lymphknotenentfernungen verzichten.

    Die S3-Leitlinie zum Mammakarzinom empfehlt inzwischen keine Einschränkungen beim Gebrauch des Armes mehr, wenn nur die Wächterlymphknoten entnommen wurden. Siehe Zitat aus der Leitlinie unten.


    Dies nur als Hintergrundinformation, nach der Du gefragt hast. Leite daraus aber keinesfalls Folgerungen für deinen individuellen Fall ab, sondern folge den Anweisungen des Arztes. Möglicherweise hat dein Arzt andere Gründe Blutdruckmessungen und Blutabnahmen zu vermeiden? (Chemotherapie nicht durch einen Port sondern Armvene?) Da solltest du ihn mal fragen.
    Viele Grüße
    Peter


    Zitat aus der: "Interdisziplinären S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms"

    "Die Sentinel-Lymphknotenbiopsie ohne weitergehende axilläre Lymphadenektomie ist für Brustkrebspatientinnen eine primäre Prophylaxe eines Arm-Lymphödems. Diese Patientinnen sind über den normalen Gebrauch des Armes postoperativ zu informieren und sollten beim Eintreten von Funktionsstörungen oder Anzeichen eines Lymphödems den/die betreuende/n Facharzt/Fachärztin, ggf. Hausarzt/Hausärztin aufsuchen."

    Hallo Rudi,

    wenn Du oben rechts auf die Lupe klickst dann kannst du als Suche den Begriff Tamoxifen eingeben. Dann werden ca. 50 Einträge aufgelistet, die sich mit Tamoxifen befassen.

    Hier berichten auch einige über die Nebenwirkungen.

    Das "Positive" an Tamoxifen ist, dass es hilft Rückfälle und Metastasen der Erkrankung zu verhindern.

    Das ist eine Wirkung, die bei Frauen in Studien nachgewiesen wurde und auch bei Männern durch Auswertungen aus Statistiken nachvollzogen werden kann.

    Aber jedes Medikament hat nun mal Nebenwirkungen. Die Ausprägungen sind aber völlig unterschiedlich - manche verspüren so gut wie nichts.

    Man(n) sollte aber ein bedenken:
    Tamoxifen kann Metastasierung verhindern. Wenn aber erst mal Metastasen gebildet wurden ist der Brustkrebs nicht mehr heilbar. Tamoxifen und andere Medikamente können dann nur noch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Eine vorbeugende Behandlung mit Tamoxifen kann also nicht mehr mit einer Heilungsaussicht nachgeholt werden.

    Da sollte man durchaus überlegen, ob man die Nebenwirkungen nicht akzeptiert.

    Allerdings gibt auch die vorbeugende Behandlung mit Tamoxifen keine Gewähr, dass der Brustkrebs nicht zurück kommt. Es bleibt also eine höchst persönliche Entscheidung.

    Warum wartest du nicht einfach ab, wie die Nebenwirkungen sind?

    Alles Gute

    Peter

    Hallo Dirk,
    ich habe deinen Eintrag hier als neuen Eintrag in die Vorstellungsrunde verschoben.

    Natürlich gibt es Menschen, die bis ins hohe Alter nie von Krankheiten betroffen waren.
    Aber es gibt auch unzählige Fälle, in denen Patienten erst nach Beschwerden zum Arzt gingen und eine frühere Diagnose ihr Leben gerettet hätte.

    Nun warte mal ab, was die Untersuchungen bringen.

    Danke für deinen Eintrag - manchmal hilft es einfach, wenn man seine Sorgen berichten kann. Auch dafür ist eine Patientenvereinigung da.

    Sollte sich der Verdacht bestätigen und du weitere Fragen hast, so schreib einfach wieder.

    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Hajo, ich habe deinen Eintrag hier als neuen Eintrag in die Vorstellungsrunde verschoben.

    Unser Netzwerk gibt es auch deshalb, weil wir den neu Betroffenen etwas die Angst vor dieser Diagnose nehmen wollen. Rudi hat recht. Bei der Diagnose Brustkrebs wird oft vergessen, dass dies in vielen Fällen eine gut behandelbare und oft heilbare Erkrankung ist. Viele von uns haben die Diagnose vor Jahren bekommen und leben seither ohne Rückfälle.

    Jetzt musst du erst mal abwarten, welche Behandlungen die Ärzte vorschlagen.

    Wenn du weitere Fragen hast kannst du dich hier wieder melden.

    Am 30. und 31. März findet wieder ein Patiententreffen für Männer mit Brustkrebs in Bad Godesberg statt.

    Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung bis zum 27. Januar möglich.

    Die Veranstaltung dient dem Erfahrungsaustausch unter Patienten.

    Patienten die teilnehmen möchten aber nicht Mitglied im Verein Netzwerk Männer mit Brustkrebs sind werden gebeten unter vorstand@brustkrebs-beim-mann.net nähere Informationen einzuholen.

    Hallo Disie,

    hast du die Gynäkologin vielleicht falsch verstanden?

    die Patientenleitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Gynäkologischen Onkologen (AGO) sagt auf der Seite 16 dazu folgendes:
    "Sehr wichtig für die Risikoabschätzung ist die Wachstumsgeschwindigkeit eines Karzinoms, die sich mit dem Anteil teilungsaktiver Zellenabschätzen lässt.

    Dazu benutzt die Pathologie den Marker Ki-67. Sind 10% oder weniger eines Tumors Ki-67positiv, liegt ein niedriges Risiko vor; reagieren mehr als 25% der Zellen positiv, besteht ein hohes, zwischen diesen Werten ein mittleres Risiko."

    Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie schreibt in ihrer Leitlinie zum Thema Ki 67 (unter Punkt 5.2.4)

    In der molekularen Klassifikation zur Differenzierung von Luminal A und B ... wurde ≤13% als niedrig bezeichnet und in einigen Analysen übernommen... . Andere Studien verwenden einen Grenzwert <19% ..oder <20% .... St. Gallen 2015 betrachtet Werte ab 20% als eine hohe Proliferationsrate .

    Die Ki-67 Expression ist eine kontinuierliche Variable. Es gibt bisher keine international validierten Grenzwerte. Ein pragmatisches Vorgehen ist, Ki-67 als Parameter zur Therapieentscheidung nur bei sehr niedrigen Werten (<10%) oder sehr hohen Werten (>30%) zu verwenden.


    In der "Interdisziplinären S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms"

    findet man folgende Aussage (Seite 115):

    "Ki-67 ist ein kontinuierlicher Marker der Proliferationsaktivität. Bei einer Ki-67-Positivität >/= 25% kann von einem erhöhten Risiko ausgegangen werden."


    Vielleicht hast du deine Gynäkologin falsch verstanden. Falls nicht, würde ich mal nachfragen, in welcher Leitlinie sie den Grenzwert 15% gefunden hat.

    Der Ki 67 ist nur ein Entscheidungsmerkmal für/ gegen eine Chemotherapie.

    Hier einen Genexpressionstest (Endopredict) als weiteres Entscheidungskriterium einzuholen ist wohl grundsätzlich eine gute Idee. Nach meiner Kenntnis wurden bei der Entwicklung dieser Tests aber nie Männer mit einbezogen. Einzige Ausnahme ist der Oncotype DX Test bei dem auch Männer einbezogen wurden aber nach meiner Kenntnis hat auch hier nie eine nachträgliche Validierung stattgefunden. Aber vielleicht hat ja deine Gynäkologin eine andere Erkenntnis - da würde ich auch mal nachfragen.

    Bitte berichte weiter was sie dir antwortet - das ist natürlich für uns auch sehr wichtig, wenn sie zusätzliche Erkenntnisse zum Ki 67 oder Endopredict hat.

    Ich hoffe du triffst in Absprache mit deinen Ärzten die für dich richtige Entscheidung für oder gegen eine Chemo.

    Liebe „stille Beobachterin,

    Bitte verzeih, dass bisher keine Antwort gekommen ist. Kurz vor Weihnachten haben natürlich die meisten Menschen andere Sachen im Sinn, als in Foren zu lesen.

    In deinen Zeilen steckt so ziemlich das ganze Dilemma, das sich für Männer mit Brustkrebs ergeben kann.

    Die Tatsache, dass es deinem Lebenspartner peinlich ist über seine „Frauenkrankheit“ zu reden zeigt schon, wie wichtig für ihn seine „Männlichkeit“ ist (was immer man darunter versteht).

    Er ist sicher unter Männern keine Ausnahme, dass er die Fähigkeit zur Erektion ganz entscheidend mit der männlichen Identität verbindet.

    Er sollte aber folgendes Bedenken:

    Wenn jetzt bei der Untersuchung der anderen Organe (Knochen, Leber, Lunge) noch keine Fernmetastasen festgestellt wurden, so kann er noch auf eine Heilung der Erkrankung hoffen.

    Was er jetzt als vorbeugende Therapie versäumt kann, wenn sich der Krebs im Körper weiter ausbreiten sollte, nicht mehr nachgeholt werden. Brustkrebs der in andere Organe metastasiert ist, ist nach allen Erkenntnissen dann nicht mehr heilbar.

    Natürlich ist jetzt die Operation und Bestrahlung erst mal das Wichtigste. Aber das sind lokale Maßnahmen. Einzelne Krebszellen, die sich bereits im Körper verbreitet haben erreicht man damit nicht mehr.

    Hier hilft bei einem Östrogen abhängigen Krebs vor allen Dingen eine Antihormontherapie, die systemisch wirkt.

    Wenn nun Tamoxifen nicht gewirkt hat, ist natürlich die Empfehlung der Ärzte auf eine andere Antihormontherapie umzustellen sehr gut nachzuvollziehen und bietet sicher eine gute Aussicht eine Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.

    Ich würde den anderen Ärzten auch noch mal explizit die Frage stellen, warum Tamoxifen - das bereits vorher nicht gewirkt hat - nun nach dem Rezidiv plötzlich doch helfen soll.

    Aromatesehemmer ohne gleichzeitige Gabe von Zoladex macht beim Mann wenig Sinn, denn die Östrogenunterdrückung ist nach allem was man weiß nicht ausreichend.

    Leider kann ich aus dem was ich bei anderen Betroffenen kenne, keine Hoffnung in Bezug auf die Auswirkungen auf die Sexualfunktion machen. Die Libido sinkt praktisch auf den Nullpunkt.

    Die Aussage „lieber Tod als 2 Jahre ohne Erektion“ als spontane Reaktion kann ich als Mann aber absolut nachvollziehen.

    Meine Erfahrung ist aber auch,

    - es gibt Männer die haben das über Jahre durchgezogen und haben jetzt wieder ein absolut zufriedenstellendes Sexualleben

    - es gibt Männer, die diese Therapie nicht beenden können, weil sie bereits metastasiert sind und diese haben trotzdem noch einen erfüllten Lebensabschnitt auch ohne Sexualität im herkömmlichen Sinn.

    Natürlich spielt eine Lebenspartnerin hier eine Schlüsselrolle.

    Wenn ein Mann das Gefühl hat, nur mit „Erektion“ ein vollwertiger Partner zu sein, so ist dies allerdings für seine Partnerin nicht leicht zu ändern. Sicher kann der Austausch mit anderen Betroffenen helfen -

    Einen persönlichen Austausch mit anderen Betroffenen können wir hier im Forum -ggf. auch als "persönliche Konversation" (oben rechts die zwei Sprechblasen) anbieten, aber auch zwei mal im Jahr auf unseren Patiententreffen.

    Auch persönliche Kontakte z.B. über E-Mail sind möglich, aber dann entfällt die Anonymität.

    Ggf. muss man sich aber auch professionelle Hilfe holen (z.B., Psychoonkologen.)

    Ich denke, dass nach den Feiertagen noch andere Beiträge folgen

    Wenn noch weitere Fragen sind - bitte wieder melden.

    Alles Gute

    Peter


    Hier vielleicht mal eine völlig andere Sicht der Dinge:

    https://youtu.be/Lg7tF9-yyDQ

    Hallo Ivonne,

    ich kann nur noch mal an eure Geduld appellieren und hoffen, dass ihr einfach gefasst dem entgegen seht, was die Ärzte rausfinden.

    Das Verfahren ist absolut üblich und angemessen - auch wenn die Warterei nun mal Anspannung auslöst.

    Die "Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ macht hier eine eindeutige Aussage wie die Diagnostik bei Männern sein soll:

    "Die Basisdiagnostik soll bei Verdacht auf maligne Befunde durch Anamnese, klinische Untersuchung, Mammographie sowie Ultraschalldiagnostik der Brust und der Lymphabflussregionen erfolgen. Zum diagnostischen Einsatz der KM-MRT liegen keine Daten vor.“

    Bitte lasst euch nicht verunsichern durch Aussagen in anderen Foren wie

    „...da kann man doch gar nichts zwischen die Platten klemmen? Wäre da nicht MRT besser?“

    Solche Aussagen ohne Hintergrundwissen verunsichern leider nur zusätzlich.

    Wenn Ultraschall und Mammo eine Bösartigkeit nicht ausschließen können, so muss letztendliche die Diagnose dann durch eine Biopsie erfolgen.

    Und sicher ist es auch in eurem Sinn, dass man erst mal bildgebende Verfahren anwendet, bevor man mit einer Nadel in das Gewebe sticht und eine Probe entnimmt.

    Ihr seid auf dem richtigen Weg - alles andere wird sich zeigen!

    Viele Grüße

    Peter

    Hallo Ivonne,

    ich kann sehr gut nachvollziehen, dass das Warten auf die endgültige Diagnose an die Nerven geht. So ist es den meisten von uns ergangen. Aber ihr seid auf dem richtigen Weg und jegliche Spekulation bringt jetzt nicht viel. Wenn durch die Sonographie und Mammographie eine Bösartigkeit nicht ausgeschlossen werden kann, muss ohnehin erst noch eine Biopsie gemacht werden. Und die Untersuchung der Gewebeprobe wird dann auch noch ein paar Tage dauern.

    Ich wünsche euch viel Kraft für die Zeit bis ihr Gewissheit habt.


    Und selbst wenn am Ende doch eine Krebsdiagnose steht, solltet ihr nicht den Mut verlieren - Brustkrebs hat im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eine gute Heilungschance.


    Viele Grüße

    Peter

    Über den Warnhinweis im Bulletin (ab Seite 13) des Bundesamtes für Arzneimittel, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen der Einahme von 5-alpha-Reduktasehemmern (ist in Duodart enthalten) und dem Auftreten von Brustkrebs beim Mann geben könnte hatte ich bereits hingewiesen.

    Neuere Studien verneinen allerdings diesen Zusammenhang

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5312705/

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6237523/#B34

    Aber bei uns stellt sich auch nicht mehr diese Frage, denn wir haben ja bereits Brustkrebs! Die Frage ist daher eher, ob durch dieses Medikament bei Männern die bereits Brustkrebs haben, die Gefahr für Rezidive steigt.

    Und darüber gibt es keine Erkenntnisse.

    Tatsache ist - durch die Einnahme der 5-alpha-Reduktasehemmer steigt der Testosteronspiegel und in der Folge auch der Östrogenspiegel. Und Östrogen ist nun mal „Futter“ für den Hormonabhängigen Brustkrebs.

    Allerdings blockiert Tamoxifen die Östrogenrezeptoren des Tumors (und der Anstieg ist ohne Folgen?)

    Sicher ist es sinnvoll dieses Problem beim Urologen anzusprechen. Vielleicht gibt es eine Alternative für die Behandlung des Prostataproblems?

    Tach auch,

    die Frage kann man nicht allgemein beantworten. Ob eine Abrechnung möglich ist regelt die zuständige Kassenärztliche Vereinigung.

    Im Rahmen einer Studie wurden die Kassenärztlichen Vereinigungen angeschrieben, wie die Abrechnungsmöglichkeiten bei ihnen geregelt sind.

    Von 17 KV'en in Deutschland haben 15 geantwortet. Eine kurze Zusammenfassung kannst du hier auf der 2. Seite sehen.

    Leider ist es aber auch so: selbst wenn von der zuständigen KV die Abrechnungsmöglichkeit eindeutig zugelassen ist, wissen viele niedergelassene Gynäkologen und teilweise auch die Sachbearbeiter der Krankenkassen das gar nicht - und so werden Männer einfach abgewiesen.

    Sehr einfach kann man z.B. in Baden-Württemberg nachweisen, dass eine Abrechnung möglich ist - weil die KV das in einem Rundschreiben verbreitet hat. Das hatten wir hier im Forum schon mal.

    Hallo Klaus,

    herzlich willkommen.

    Ja da steht dir ein ganz wichtiger Termin bevor. Insbesondere die Frage Chemotherapie ja oder nein ist hier manchmal etwas schwierig zu beantworten. Zwar gibt es Fälle, da wird die Antwort eindeutig sein, aber gerade in der letzten Zeit sind die Experten doch zu der Einschätzung gekommen, dass man in der Vergangenheit zu häufig zu der Chemokeule gegriffen hat. Für Frauen zieht man in Zweifelsfall sog. Genexpressionstests zu Rate. Aber nicht immer wird das auch Männern angeboten. Ggf. sollte man sich auch eine Zweitmeinung einholen.

    Wesentlich für die Entscheidung sind die biologischen Eigenschaften des Tumors. Ich wünsche dir, dass diese auf eine geringe Aggressivität hinweisen. Dann stehen die Chancen auf eine Heilung gut.

    Bis bald mal

    Peter

    Hallo Rudi,

    solche Studien mit ganz geringen Fallzahlen soll man aber auch nicht überbewerten.

    Ich denke aber, es ist sicher richtig, die Einnahme eines Medikamentes - das statistisch gesehen unsere Heilungschancen erhöht - "entspannt" anzugehen. Vermeintliche Nebenwirkungen die man von vorn herein erwartet, können sich auch verselbstständigen.

    Ich glaube dagegen aber auch nicht, dass alle Nebenwirkungen, die viele Betroffene berichten nur auf Einbildung beruhen. Und da haben wir nach fast 10 Jahren Erfahrung in unserem Netzwerk mit weitaus mehr Patienten zu tun gehabt, als diese kleine Studie.
    Aber auch wer mit Nebenwirkungen zu kämpfen hat, muss letztendlich selbst entscheiden, ob er nicht besser eine (leicht?) eingeschränkte Lebensqualität als eine schlechtere Überlebenschance in Kauf nimmt.
    Das ist immer eine ganz individuelle Entscheidung. Grundlage dafür muss aber die ärztliche Empfehlung sein.

    Alles Gute
    Peter

    Nebenwirkungen von Tamoxifen - Neues aus der Male Studie der German Breast Group GBG

    Auf ESMO- Kongress der Ende Oktober in München stattfand wurden nunmehr auch erste Ergebnisse der Studie in Bezug auf die Auswirkungen der Tamoxifenbehandlung auf Lebensqualität und die Sexualfunktion vorgestellt.

    In einer Pressemitteilung der ESMO heißt es hierzu:

    Die Forscher bewerteten zum ersten Mal auch die Auswirkungen der Behandlung auf die Lebensqualität und die Sexualfunktion bei Männern mit Brustkrebs … „1)

    „Die Ergebnisse zeigten, dass Tamoxifen wenig Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder die die Erektionsfähigkeit bei Männern mit Brustkrebs haben.“2)

    Die Erstautorin der Studie führte weiterhin aus:

    „Die Tamoxifen-Monotherapie sollte als Standardhormontherapie beibehalten werden. Die Nebenwirkungen sind mäßig, beeinflussen das Sexualverhalten kaum.“3)

    Die Zitate sind Übersetzungen von mir. Die Originale in den Fußnoten!


    Einige Anmerkungen zu der Studie:

    Es wurden 55 Männer für die Studie rekrutiert, allerdings waren nur die Daten von 46 Männer voll auswertbar. Die Patienten wurden („well balanced“) auf die drei Arme verteilt. In jedem Arm müssten also folglich ca. 18 Männer (15 voll auswertbar) für die Analyse zur Verfügung gestanden haben.

    Der Median war 62 Jahre

    Das bedeutet: auch im Arm mit der Tamoxifen Monotherapie können für die Ergebnisse nur die Daten von höchstens 18 Männer zur Verfügung gestanden haben, von denen maximal 9 unter 62 Jahr alt waren.


    Originaltext:

    1) The researchers also assessed the impact of treatment on quality of life and sexual function in men with breast cancer treated with hormonal therapy for the first time…

    2) Results showed that tamoxifen had little impact on health-related quality of life or erectile function in men with breast cancer

    3) Tamoxifen monotherapy should be kept as standard hormonal therapy for men with breast cancer. The side-effects are moderate, hardly impairing sexual behavior.

    Quelle:
    https://www.esmo.org/Press-Off…n-Sirieix-Reinish-Zamagni