Hallo, gehöre ich dazu?

  • Hallo alle zusammen,

    ich bin Jens, 53 Jahre alt.

    Seit einigen Wochen spüre ich ein Spannen in der linken Brust. Zum Hausarzt, Überweisung zur Gynäkologin, peinliche Sache, gestern dort Ultraschall - mehr nicht.

    Erkennbar ist ein 1cm großer Tumor bei 12 Uhr, "kann was sein, muss aber nicht", heißt es.

    Überweisung zur Nukleardiagnostik und Biopsie, Termin nächste Woche Dienstag.

    Je mehr ich mich schlau mache, desto mehr Sorgen mache ich mir.

    Ich bin Vater von 5 Kindern, 3 haben noch Ihre Ausbildung vor sich. Ich bin selbstständig, hohe Kosten, wenn ich nicht arbeite, kommt nichts rein.

    Mich macht das fertig.

    Liebe Grüße

    Jens

  • Hallo Jens,


    willkommen bei uns, hoffentlich nur vorübergehend. ;-)


    Mein Rat zu diesem Zeitpunkt: Hör auf zu recherchieren. Warte mal ab, was die Biopsie ergibt.


    Ich war bei meiner Diagnose (2011) ca. so alt wie Du (54) und war (entgegen meiner Recherchen!) überrascht, dass OP, Chemo, Bestrahlung und Antihormontherapie gar nicht sooo schlimm waren. Der erste Schock „ich habe Krebs” war schon heftig, aber rückblickend denke ich mir: Wenn ich mir einen Krebs aussuchen müsste, würde ich Brustkrebs wählen. Auch weiterarbeiten war kein Problem.


    Klar gibt es auch unangenehme Therapieverläufe und Umstände, aber das ist dermaßen individuell, dass eine konkrete Prognose unmöglich ist. Wie so oft im Internet: Über Probleme wird ständig berichtet, über Positives sehr selten.


    Also nimm die Hürden, wenn, bzw. falls sie überhaupt kommen und bitte berichte, was herausgekommen ist.


    Bis dann, wünsche Dir einen „blinden Alarm”!


    Lieber Gruß
    Robert

  • Hallo Robert,

    ja - ganz sicherlich hast du Recht. Ich mache mich hier seit der Ultraschalldiagnose völlig verrückt mit allem. Ich vertraue meinem Körper nicht mehr und jedes Drücken und Zwicken an irgendeiner Stelle wird von mir hinterfragt. Existenzangst - Familie versorgen - Schwarzmalen... Ich stehe total neben mir.

    Ich will mich zusammenreißen, dein Text hilft.

    Danke dafür.

    Dienstag habe ich die Röntgenuntersuchung, die Biopsie dann wohl einige Tage später, dann Ergebnis abwarten - dann hier melden.

    Hört sich nach einem Plan an.

    Liebe Grüße

    Jens

  • Hallo Jens,

    das kennen wir alle. Die totale Verunsicherung, das "Hineinhorchen" in den Körper, den Verlust des Vertrauens in die eigene Gesundheit, die Sorge um Angehörige, die Angst vor der Zukunft - alles steht plötzlich im Zusammenhang mit dem verängstigen Verdacht.

    Ich kann aber nur wiederholen, was Robert schon geschrieben hat. Sich schon jetzt ständig darum Gedanken zu machen "was ist wenn" bringt Dich nur in weitere Grübelei. Sich weiter im Internet zu informieren bringt auch nur zusätzliche Verunsicherung - viele Informationen sind falsch, überholt und es finden sich schlechte Erfahrungen überproportional.

    Leider wird es wohl noch dauern, bis die Auswertung der Biopsie Dir Gewissheit bringt.
    Das ist eine sehr belastende Zeit.

    Versuche Dich abzulenken und weiter Deinem üblichen Leben nachzugehen.

    Brustkrebs ist eine gut behandelbare Erkrankung. Die Chancen auf dauerhafte Heilung sind gut und nicht vergleichbar mit vielen anderen Krebserkrankungen wie z.B. Lungenkrebs oder Leberkrebs.

    Meld Dich mal, wie die Biopsie ergeben hat.

    Alles Gute

    Peter

  • Danke Peter.

    Ja, mir schlottern die Knie - mein Umfeld soll es nicht merken, das ist sehr anstrengend.

    Eure netten Worte helfen sicherlich ein wenig.

    Morgen Radiologie, dann soll irgendwann "kurz danach" ein Termin zur Biopsie folgen.

    Es fühlt sich im Körper alles nicht gut an. Ich habe in drei Wochen 8kg durch Sport und doofes Gemüse abgenommen. Es ist wohl das Einzige, was ich zur Zeit für mich tun kann, um mich vorzubereiten.

    Ich werde berichten.

    Liebe Grüße

    Jens

  • Hallo, alle zusammen.

    Jetzt habe ich die furchtbare Wartezeit hinter mich gebracht.

    Es ist gutartig.

    Ich habe es nur am Telefon gehört, habe vor Aufregung nicht verstanden, wie es sich nennt. Man meint, dass man es irgendwann operieren solle, es eile nicht sehr.

    Das hat mich alles ziemlich fertig gemacht, sei es auch nur wegen der Erstdiagnose "Tumor". Ich hätte zuvor nicht gedacht, dass mich soetwas so dermaßen aus der Bahn bringen kann - knapp vier Wochen intensiver Stress.

    Ich danke euch sehr für eure guten Ratschläge, die mir über die Zeit geholfen haben.

    Eine Spende an den Verein folgt - Zweckbestimmung "eine Runde Schnaps auf der nächsten Jahreshauptversammlung".

    Vielen Dank.

    Jens

  • Hallo Jens,

    das ist eine tolle Nachricht. Danke, dass Du noch mal geschrieben hast.
    Meist bleiben nur die schlechten Nachrichten im Netz stehen.

    Aber es ist einfach auch wichtig, dass solche Befunde abgeklärt werden.

    Darf ich anstatt Schnaps auch ein Gläschen Wein trinken? :/ :)
    Alles Gute weiterhin
    Peter

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