Ich sag mal Hallo in die Runde

  • Hallo, ich wollte mich mal vorstellen.

    Heiße Olli, bin 53Jahre und komme aus Schleswig Holstein.

    Zu meinem Krankheitsverlauf: 1998 bin ich an Leukämie erkrankt, mit allem was man so mitnehmen kann wie zb. Lungenentzündungen, Einblutungen in Augen, beidseitiges Hirnbluten usw. Das eine Krankenhaus wollte nicht mehr weitermachen, da keine Chemo angeschlagen hat. Also Todgeweiht.

    Ich wollte nichts unversucht lassen und hatte eine UNI Klinik konsultiert, die wollten es nochmal versuchen, was auch geklappt hat.

    Nach weiteren Chemos war ich bereit für die Knochenmarkspende. Schnell war Jemand gefunden. Leider am dem Tag wo es losgehen sollte kam die Nachricht der Spender kommt nicht mehr in Frage, da er selbst erkrankt ist. Also wieder warten und Erhaltungschemos bekommen. Nach einigen Wochen hatte sich eine Spenderin gefunden. Jetzt ging es alles ziemlich schnell. Erst heftige Chemos dann 6 Ganzkörperbestrahlungen. Spaß ist was anderes. Nunja 1,5 Jahre Krankenhausaufenthalt war das Resultat.


    Vor ca 5Jahren kam ab und an mal flüssigkeit aus einer Brustwarze. Kam mir komisch vor. War zur Mammografie und hatten nichts festgestellt. Also beobachten. Letztes Jahr kam kein Tröpchen mehr und dachte, oh hat jetzt aufgehört. Dann beim abtasten merkte ich einen Gnubbel neben der Brustwarze. Also gleich hin. Mammografie und Stanze haben sich als Tumor entlarvt.

    Brustwarze und Tumor 8mm hatten sie entfernt und den 1. Lymphknoten. Ich brauche keine Chemo oder Bestrahlung weil der noch so klein war.

    Ja was soll ich sagen? Eigendlich soll ich ja das Taxo.... nehmen was ich aber nicht mache.

    Welche Ärzte sagen das kommt von der Bestrahlung damals was welche Frauen nach 20Jahren auch hätten. Warum sollte ich mir heftige Nebenwirkungen holen wenn es mir richtig gut geht? Studien gibt es auch keine.

    Ich mache sehr viel Sport und taste jetzt jeden 3. Tag.

    Sicherlich bin ich im Zwiespalt ob ich es nehme oder nicht. Mittlerweile ist ein Jahr herum. Ich werd das bei der nächsten Untersuchung nochmal ansprechen.

    Danke fürs zuhören.

    Achso, egal was für eine Diagnose Ihr bekommt: Nie aufgeben!!! Es findet sich oft einen 2. Weg.

  • Hallo Olli,

    das ist eine sehr beeindruckende Schilderung Deines „Überlebenskampfes“.

    Brustkrebspatienten, bei denen der Tumor noch früh entdeckt wurde, bleiben solche heftigen Behandlungen meist erspart.

    Tamoxifen reduziert das Risiko eines Rückfalles bzw einer Metastasierung.

    Es ist zwar auch kein harmloses Bonbon, aber die Nebenwirkungen halten sich im Rahmen und ich würde sie nicht als „heftig“ bezeichnen.

    Die Abwägung zwischen „mehr Risiko“ und „Aushalten der Nebenwirkungen“ ist eine ganz persönliche Entscheidung.

    Ich habe selbst schon mit vielen Patienten gesprochen.

    Darunter waren Patienten, denen dringende eine Antihormontherapie mit Tamoxifen angeraten wurde, diese aber nicht genommen haben und nach 10 Jahren noch immer keinen Rückfall haben.

    Aber auch solche, die diese Therapie abgelehnt haben, heute metastasiert sind, keine Chance mehr haben geheilt zu werden und ihre Entscheidung bitter bereuen.

    Aber jeder Patient sollte nach gründlicher Information, Beratung und Überlegung seinen eigenen Weg gehen.

    Aber noch ein kleiner Hinweis: man könnte auch mal Tamoxifen für eine Zeit lang nehmen und schauen, wie die Nebenwirkungen wirklich sind.


    Das mit dem regelmäßigen Abtasten ist eine gute Sache. So habe ich mein Rezidiv entdeckt, obwohl die regelmäßige Nachsorgeuntersuchung noch gar nicht anstand. Und wenn das Rezidiv noch lokal begrenzt ist, hat man immer noch alle Chancen auf eine Heilung.


    Ich wünsche Dir alles Gute - als bewährter „Kämpfer“ gegen den Krebs, wirst Du auch diese Herausforderung meistern.


    Viele Grüße
    Peter

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