• Weit mehr als 90% der Brustkrebsfälle beim Mann sind östrogenabhängig. Damit wird fast immer eine Therapie mit dem Antiöstrogen Tamoxifen für 5 Jahre verordnet. Studien bei Frauen haben ergeben, dass sogar eine verlängerte Therapie über 10 Jahre sinnvoll sein kann. Verschiedene Nebenwirkungen von Tamoxifen sind bekannt. Schreibe hier ob du Nebenwirkungen bemerkt hast und wie du damit umgehst.

  • Hallo zusammen, nehme das Tamoxifen nun ein viertel Jahr ein.

    Bisher kann ich keine besonderen Nebenwirkungen feststellen. Ich habe mich aber auch im Vorfeld ausführlich informiert und beraten lassen. Da Tamoxifen ja im Ruf steht Thrombosen auslösen zu können und ich bereits mehrfach thromboembolische Ereignisse hatte nehme ich vorbeugend ein orales Antikoagulanz. Bisher also alles gut. :)

    Welche unangenehmen Nebenwirkungen habt ihr denn gemacht?

  • Ich habe zwei Jahre lang Tamoxifen genossen. Die hormonellen Auswirkungen waren natürlich zu spüren - das sind ja keine Drops. Verminderung der Libido, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen - alles in allem aber durchaus zu ertragen. Nach zwei Jahren hatte ich ein Rezidiv - Tamoxifen hatte das bei mir nicht verhindert.:(


    Auf Anraten der Ärzte wurde die Antihormontherapie auf Aromatasehemmer in Verbindung mit GnrH-Analoga umgestellt. Die Nebenwirkungen waren Tamoxifen x 10. Völliger Libidoverlust, Hodenschrumpfung, Hitzewallungen wurden zu massiven Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen auch noch mal ein Tick mehr. Nach 15 Monaten habe ich die Therapie abgebrochen. 2 bis 3 Monate später war alles wieder im Lot. Das ist jetzt 6 Jahre her. Bisher ist nichts zu merken von Rezidiven oder Metastasen - ich hoffe das bleibt so.:/

  • oryx,

    da drücke ich dir kräftig die Daumen:thumbup:

    Schließlich gelten wir alle ja nie als geheilt. Außer der Einzelne fühlt sich geheilt, dann ist das glaube ich egal. Was letztlich in der Zukunft passiert, liegt nur zu einem geringen Teil in unserer eigenen Macht.

    Glaubt man den Ärzten, dann kann man ja mit einer gesunden Ernährung, kombiniert mit regelmäßiger moderater sportlicher Betätigung viel für sich, also gegen ein Rezidiv, tun.


    Übrigens beobachte ich bei mir leichte Glieder-/Gelenkschmerzen. Die machen sich besonders bemerkbar am Morgen nach dem Aufstehen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die nicht schon vor der Einnahme von Tamoxifen hatte und das noch immer die Auswirkungen der Chemotherapie sind.:/ Das eigenartige ist, wenn ich mich dann einigermaßen bewegt habe, verschwinden sie oder sind zumindest nicht mehr störend. Auch beim Sport behindern die mich nicht. Deshalb bleibe ich da auch stets bei der Stange, werde also auch zurück im Beruf regelmäßig weiter machen.:)

  • Das sind die üblichen Fragen die man sich so stellt:

    Kommt es vom Tamoxifen?

    Ist es eine Nachwirkung der Chemotherapie?

    War es vielleicht schon vorher da und ich horche einfach nur verstärkt in mich hinein?:rolleyes:

    Noch was anderes: Häufige Nebenwirkung z.B. vom Gerinnungshemmer Xarelto laut Beipackzettel = Schmerzen in den Gliedmaßen:huh:

    Vielleicht auch nur Muskelkater, weil du jetzt mehr Sport machst?^^


    Ich denke du machst das richtig: Machst dir ein Konzept, wie du mit der Krankheit umgehen willst und ziehst das durch!:thumbup:

    Wenn der Leidensdruck zu groß wird kann man immer noch in Abprache mit dem Arzt einen Tamoxifen-Auslassversuch starten und checken, ob die Beschwerden nachlassen.

  • Wer sagt uns Männern eigentlich, ob die Dosierung von Tamoxifen mit 20mg, wie sie wahrscheinlich auch den Frauen empfohlen wird, überhaupt die richtige ist?

    Vielleicht wären ja 10 oder gar 5mg ausreichend. Schließlich läuft unser Hormonsystem ja doch ein wenig anders als das der Frauen.

  • Tja, das ist eine der Unsicherheiten mit der wir leben müssen. Um das festzustellen müsste man ja 2 Gruppen mit den unterschiedlichen Dosierungen über Jahre behandeln und dann auswerten welche Gruppe mehr profitiert hat. Wo sollen da genügend Probanden für so eine Studie herkommen?

    Vielleicht tröstet dich folgendes:

    Auf einem Krebskongress kam mal ein Mann zu mir an unserem Infostand und fragte, welche Dosierung wir als Brustkrebspatienten bekommen. Über 20mg war er erstaunt und sagte er bekomme 120mg. Ich dachte der spinnt. Er sagte dann er hätte einen Desmoid- Tumor. Und ich habe dann mal nachgesehen das gibt es wohl tatsächlich, dass so ein Tumor mit 120mg Tamoxifen behandelt wird https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14745880

  • Ciao a tutti, sono un nuovo utente.

    Sono italiano e nel 2017 sono stato operato sul cancro al seno (ER 90%, PgR 3%, ki-67: 50%, Her-2: 1)


    Mi hanno offerto la terapia ormonale per 5 anni ma ho dei dubbi sugli effetti collaterali a lungo termine come l'osteoporosi.


    Ti sarei grato se mi dessi la tua opinione su questo.

  • Hi everyone, I'm a new user.

    I am Italian and in 2017 I was operated on breast cancer (ER 90%, PgR 3%, ki-67: 50%, Her-2: 1)


    They offered me hormone therapy for 5 years but I have doubts about long-term collateral effects like osteoporosis.


    I would be grateful if you gave me your opinion on this.

  • Welcome, cristcan, to the club. From your pic I take it that you are fit and sportive, so you are in a good position generally speaking. Let´s wait on Peter´s specific comments regarding osteoporosis. My guess is: Take it, deal with it and celebrate when you´re done with it. I finished the 5 yrs 1/2 a year ago, after taking it from age 55 to 60 and osteoporosis was never even the slightest issue.

  • Hi cristcan,

    the risk of osteoporosis depends on the kind of hormone therapy. If it is "only" tamoxifen - then there is no risk of osteoporosis because there is no decrease in the level of sexual hormones.

    If they offer you in addition (or in combination with Aromatase inhibitors) so called GnrH (Gonadotropin releasing hormone) there is a risk of osteoporosis and you should talk to your doctor, whether it ist useful to monitor the bone density.

  • Hallo cristcan,

    ich bin auch 2017 operiert worden und nehme nun schon seit einem 3/4 Jahr Tamoxifen ein - ohne merkliche Nebenwirkungen auf den Bewegungsapparat.

    Ehrlich gesagt, ist mir aber das Leben lieber als die Gefahr an Osteoporose zu erkranken. Außerdem kann man mit entsprechender Bewegungstherapie und einer regelmäßigen Überprüfung des Vitamin D Pegels gegebenenfalls vorbeugen. Bei Mangelerscheinungen kann durch tägliche Gabe von 1000 mg Kalzium die Situation verbessert werden.

  • Meine Erfahrung mit Tamoxifen ist bis jetzt recht gut...Gewichtszunahme steuere ich mit Joggen entgegen ;)

    Allerdings nehme ich die eine Tablette erst seit 3Wochen.

    Habe eine leichte Schuppenflechte bekommen,allerdings gehe ich davon aus das diese noch Nachwirkungen von der Chemo sind.

    Ich hoffe es bleibt bei diesen „Überschaubaren“ Nebenwirkungen

  • Nebenwirkungen von Tamoxifen - Neues aus der Male Studie der German Breast Group GBG

    Auf ESMO- Kongress der Ende Oktober in München stattfand wurden nunmehr auch erste Ergebnisse der Studie in Bezug auf die Auswirkungen der Tamoxifenbehandlung auf Lebensqualität und die Sexualfunktion vorgestellt.

    In einer Pressemitteilung der ESMO heißt es hierzu:

    Die Forscher bewerteten zum ersten Mal auch die Auswirkungen der Behandlung auf die Lebensqualität und die Sexualfunktion bei Männern mit Brustkrebs … „1)

    „Die Ergebnisse zeigten, dass Tamoxifen wenig Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder die die Erektionsfähigkeit bei Männern mit Brustkrebs haben.“2)

    Die Erstautorin der Studie führte weiterhin aus:

    „Die Tamoxifen-Monotherapie sollte als Standardhormontherapie beibehalten werden. Die Nebenwirkungen sind mäßig, beeinflussen das Sexualverhalten kaum.“3)

    Die Zitate sind Übersetzungen von mir. Die Originale in den Fußnoten!


    Einige Anmerkungen zu der Studie:

    Es wurden 55 Männer für die Studie rekrutiert, allerdings waren nur die Daten von 46 Männer voll auswertbar. Die Patienten wurden („well balanced“) auf die drei Arme verteilt. In jedem Arm müssten also folglich ca. 18 Männer (15 voll auswertbar) für die Analyse zur Verfügung gestanden haben.

    Der Median war 62 Jahre

    Das bedeutet: auch im Arm mit der Tamoxifen Monotherapie können für die Ergebnisse nur die Daten von höchstens 18 Männer zur Verfügung gestanden haben, von denen maximal 9 unter 62 Jahr alt waren.


    Originaltext:

    1) The researchers also assessed the impact of treatment on quality of life and sexual function in men with breast cancer treated with hormonal therapy for the first time…

    2) Results showed that tamoxifen had little impact on health-related quality of life or erectile function in men with breast cancer

    3) Tamoxifen monotherapy should be kept as standard hormonal therapy for men with breast cancer. The side-effects are moderate, hardly impairing sexual behavior.

    Quelle:
    https://www.esmo.org/Press-Off…n-Sirieix-Reinish-Zamagni

  • Hallo,

    endlich mal Informationen für uns. bei allen Publikationen wurde nicht erwähnt was Tamoxifen mit uns "macht"

    der Beitrag kommt für mich gerade richtig. Ich komme eben nach meiner 2. OP nach Hause. In der Tumorkonferenz wude empfohlen; erst mal Bestahlungen und dann längere Zeit Tamoxifen. Nun gehe ich etwas entspannter daran. Das mit der Sexualfunktion ist für mich eher unwichtig da ich aufgrund anderer Erkrankungen und Medikamenten schon sehr stark beeinträchtigt bin....

    Danke Peter69


    MfG

    Rdi

  • Hallo Rudi,

    solche Studien mit ganz geringen Fallzahlen soll man aber auch nicht überbewerten.

    Ich denke aber, es ist sicher richtig, die Einnahme eines Medikamentes - das statistisch gesehen unsere Heilungschancen erhöht - "entspannt" anzugehen. Vermeintliche Nebenwirkungen die man von vorn herein erwartet, können sich auch verselbstständigen.

    Ich glaube dagegen aber auch nicht, dass alle Nebenwirkungen, die viele Betroffene berichten nur auf Einbildung beruhen. Und da haben wir nach fast 10 Jahren Erfahrung in unserem Netzwerk mit weitaus mehr Patienten zu tun gehabt, als diese kleine Studie.
    Aber auch wer mit Nebenwirkungen zu kämpfen hat, muss letztendlich selbst entscheiden, ob er nicht besser eine (leicht?) eingeschränkte Lebensqualität als eine schlechtere Überlebenschance in Kauf nimmt.
    Das ist immer eine ganz individuelle Entscheidung. Grundlage dafür muss aber die ärztliche Empfehlung sein.

    Alles Gute
    Peter

  • Hier können Gäste auch ohne Registrierung Beiträge schreiben. Um Missbrauch zu vermeiden, werden diese aber erst nach Prüfung durch einen Moderator freigeschaltet. Wenn du möchtest, dass deine Beiträge immer sofort erscheinen, so registriere dich bitte.

    Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 365 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet. Bitte erstelle ggf. ein neues Thema.

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
    • ^^
    • :D
    • ;(
    • X(
    • :*
    • :|
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • :/
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :huh:
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 500 kB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip