Neu im Forum Michael, 51 Jahre, aus Harsewinkel

  • Hallo zusammen,

    mein Name ist Michael, ich bin 51 Jahre alt und komme aus Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen.

    Vor kurzem wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert – eine Diagnose, mit der ich als Mann überhaupt nicht gerechnet habe. Nach verschiedenen Untersuchungen und einer Biopsie wurde die Erkrankung bestätigt. Zusätzlich wurde ein befallener Lymphknoten festgestellt. Das CT hat glücklicherweise keine weiteren Metastasen gezeigt.

    Aktuell nehme ich Tamoxifen und befinde mich noch am Anfang meines Behandlungsweges. Die Diagnose hat mein Leben von heute auf morgen verändert und bringt viele Fragen, Sorgen und Herausforderungen mit sich.

    In meiner Freizeit engagiere ich mich seit vielen Jahren im Ehrenamt, unter anderem beim Deutsches Rotes Kreuz sowie im Amateurfunk. Anderen zu helfen war für mich immer selbstverständlich. Umso ungewohnter ist es nun, selbst auf Unterstützung angewiesen zu sein und den Weg als Patient zu gehen.

    Da Brustkrebs bei Männern selten ist, freue ich mich sehr, dieses Forum gefunden zu haben. Ich hoffe auf einen offenen Austausch mit anderen Betroffenen, auf Erfahrungen, Tipps und gegenseitige Unterstützung. Es tut gut zu wissen, dass man mit dieser seltenen Erkrankung nicht allein ist.

    Vielen Dank für die Aufnahme in die Gemeinschaft. Ich freue mich auf den Austausch mit euch.

    Viele Grüße
    Michael, 51 Jahre, aus Harsewinkel

  • Hallo Michael,

    schön von dir zu lesen.

    So wie dir ging es sicher allen Betroffenen, aber es ist schon einmal positiv, dass der Tumor erkannt wurde.

    Leider dauert es manchmal relativ lange, bis man als Mann bei den richtigen Ärzten angekommen ist und die Diagnose gestellt wird.

    Wie ist denn der Plan für die weitere Behandlung und wo bist du in Behandlung?

    Ich selber bin seit 50 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv gewesen, davon 12 Jahre als Ortsbrandmeister. Seit April bin ich jetzt in der Altersabteilung und darf nicht mehr zu Einsätzen, aber alles hat seine Zeit ;-). Hast du aber vielleicht ja schon in dem Filmchen auf unserer HP gesehen.

    Berichte gerne weiter und erst einmal alles erdenklich Gute weiterhin P.-K.

  • Hallo P.-K.,

    es gibt im Moment noch keinen endgültigen Behandlungsplan. Da meine Werte alle an der Grenze liegen, wird jetzt sehr genau geprüft, wie es weitergeht. Ich bin im Brustzentrum bei uns im Kreis Gütersloh in Behandlung und warte derzeit auf die Entscheidung der Ärzte.

    LG Micha

  • zurück zu Hause nach der OP

    Am 18.08.2026 wurde ich operiert. Dabei wurde mir die betroffene Brust entfernt und zusätzlich wurden drei Lymphknoten entnommen. Die OP habe ich gut überstanden und seit gestern bin ich wieder zu Hause.

    Körperlich geht es mir soweit ganz gut. Aber ehrlich gesagt ist die Situation emotional deutlich schwieriger. Der Gedanke und vor allem der Anblick, dass die Brust jetzt nicht mehr da ist, beschäftigt mich sehr. Ich merke gerade erst, wie sehr sich der eigene Körper verändert hat und dass ich dafür einfach Zeit brauche.

    Jetzt heißt es erst einmal: Wunden heilen lassen, langsam wieder zu Kräften kommen und auf das pathologische Ergebnis warten. Danach wird sich zeigen, wie es mit der weiteren Behandlung weitergeht.

    Gerade als Mann mit Brustkrebs fühlt man sich manchmal ziemlich allein damit.

    Vielleicht gibt es hier andere Männer, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Wie seid ihr mit der Veränderung eures Körpers nach der OP umgegangen? Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr euch daran gewöhnt habt?

    Liebe Grüße
    Michael

  • Hallo Michael,

    ich war 54, als ich die Diagnose bekam und dachte, dass die Zeit für einen makellosen Körper eh langsam vorbei wäre. Meine erste Absicht, mir eine Brustwarze tätowieren zu lassen, habe ich schnell aufgegeben, wollte dieser eh schon belasteten Region nicht noch Reize aufzwingen.

    Damals spielte ich viel Tennis und ich wunderte mich, dass es in der Umkleide und in der Dusche KEINEM Mann aufgefallen ist, dass meine Brust anders aussah. Es wurde mich immer egaler.

    Insgesamt war meine Therapie (OP, Chemo, Strahlen, Tamoxifen + GnRH Analoga) relativ leicht zu packen, sehr wenige Nebenwirkungen, bis auf die GnRH Dinger. Der Libidoverlust dadurch war heftig. Aber sonst so easy, dass ich meinte, wenn ich mir einen Krebs aussuchen müsste, würde ich wieder BK nehmen. ;)

    3 Jahre danach wurde festgestellt, dass mein BK erblich bedingt war, daher ließ ich mir die 2. Brust auch entfernen, sicherheitshalber.

    Die fehlenden Brüste spielen unterm Strich für mich gar keine Rolle. Soll nichts Schlimmeres passieren.

    Hoffe, dass ich diese Einstellung ein wenig auf Dich übertragen kann ;)

    Lieber Gruß und Glück auf

    Robert

  • Lieber Robert,

    vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte. Das tut gerade wirklich gut zu lesen.

    Ich merke im Moment noch, dass mir die fehlende Brust sehr zu schaffen macht. Vor allem der Gedanke, meinen Körper jetzt so verändert zu sehen, fällt mir noch schwer. Vielleicht ist das einfach noch zu frisch – die OP ist ja gerade erst ein paar Tage her.

    Deine Geschichte macht mir aber Mut. Besonders dein Satz, dass die fehlenden Brüste für dich unterm Strich gar keine Rolle mehr spielen und es viel wichtigere Dinge im Leben gibt, bleibt bei mir hängen.

    Vielleicht komme ich irgendwann auch an diesen Punkt und kann genauso locker damit umgehen wie du. Im Moment muss ich mir dafür wohl einfach die Zeit geben.

    Und wer weiß – vielleicht schaue ich in ein paar Monaten zurück und denke mir: „Was habe ich mich eigentlich so verrückt gemacht?“ 😉

    Danke jedenfalls, dass du deine Erfahrung mit mir geteilt hast.

    Liebe Grüße
    Michael

  • Hallo Michael,

    Meine Brustamputation liegt nun 20 Jahre zurück und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, diese wieder "Aufzubauen". Aber bei unseren Netzwerktreffen habe ich auch Männerbrüste mit tätowierten Brustwarzen gesehen - War richtig toll gemacht.

    Ich kann Dir nur empfehlen, offen damit umzugehen. Ich wurde weder im Freibad noch in der Sauna auf meine "fehlende" Brust angesprochen.

    Genieße die Zeit Zuhause, sammle wieder Kraft und warte das Ergebnis des Tumor-Board ab.

    Vielleicht sehen wir uns einmal bei einem unserer Mitgliedertreffen.

    Mit einem sonnigen Sonntagsgruß aus dem Schwabenland
    Volker

  • Hallo Michael,

    bei mir (77 Jahre) fand die Brust-Op im März statt. Es ist alles gut verlaufen. Jetzt waren wir im Urlaub. Ich war häufig schwimmen. Das ist alles problemlos verlaufen. Man macht sich da manchmal zu viel Gedanken.

    Viele Grüße aus Bielefeld

    Herbert